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Kräfte

Ursprünglich wollte ich an dieser Stelle eine wertfreie Ordnung nach den bei der Divination benutzten Energien - beziehungsweise „gelesenen“ Energien - schreiben. Eben eine systematische Aufstellung, wie sie mir bei Pfaden und Werkzeugen möglich ist.

 

Mit meinem Vorsatz, einen wertfreien Ordnungsplan aufzustellen, war es aber schon bald vorbei, denn schnell kam ich bei meinen Überlegungen ins Grenzenlose, Verworrene und verhedderte mich in widersprüchlichen Dogmen, Lehrmeinungen und Weltbildern.

Das Empfinden eines jeden Menschen ist sehr subjektiv. Und das Bedürfnis, zu bewerten, ist so groß, dass nahezu kein Weltbild ohne Gut/Böse- oder ohne richtig/falsch-Wertung auskommt. Und dies fängt meist schon bei den wirkenden Kräften/Energien an. Sie werden allesamt subjektiv wahrgenommen, bewertet, interpretiert und haben Einfluss auf die anschließenden Handlungen des Einzelnen.

 

Ich habe mir eine Gesprächsszene erdacht, um das Dilemma einer gesamtgültigen Definition, auf die Esoterik bezogen, aufzuzeigen:

 

Verschiedene Menschen mit unterschiedlichen esoterischen "Vorlieben" treffen sich an einem von allen als magisch angesehenen Ort. Diesbezüglich sind sie also einer Meinung, bis ein Gespräch zwischen ihnen beginnt:

 

Der erste Mensch konstatiert energisch: „Hier wirken viele verschiedene Energien. Ich spüre eine quirlige, strahlend helle und eine langsame, ruhige, eher dunkle Form von Energie.“

 

Der zweite entgegnet: „Ich sehe einen Engel und einen Dämon. Der Engel sagt, wir sollen den Dämon exorzieren. Er - der Engel oder Gott – wird uns beistehen.“

 

Der dritte äußert sanft: „Aber es sind doch Feen.“

 

Der vierte erwidert darauf: „Es sind Geister verstorbener Seelen. Ein Geist ist ein Ahn, welcher gekommen ist, um uns beizustehen oder etwas Wichtiges mitzuteilen. Und ein dunkler und lauernder Geist, der eigentlich nur von uns erlöst werden will.“

 

Der fünfte Mensch sagt sinnend: „Oh ja, es sind Geister, aber es sind Naturgeister, Wald- und Pflanzengeister. Sie gehören an diesen Ort. Außer der dunkle, dort, wo kein Gras wächst; da haben Menschen den Ort gestört. Lasst uns den Ort von den Hinterlassenschaften der Menschen reinigen und heilen.“

 

Der sechste widerspricht: „Nee, der Dunkle da ist doch auch nur ein Naturgeist. Oder meinst Du, Mutter Natur hätte nur lichte, helle Seiten? Alles will wachsen. Auch Raubtiere wie die Waldkatze, die mit ihrer Beute spielt oder die Spinne, die ihren Opfern eine Falle stellt und für später konserviert sind natürlich.“

 

Der siebte resümiert: „Sicherlich sind hier viele verschiedene Energien und Wesenheiten, und das ist doch gut so. Dieser Ort ist so lebendig, so ein herrlicher Ort voller Magie, so voller Energien unterschiedlichster Art. Das ist doch herrlich. Hier mag ich verweilen, schauen was kommt und kommunizieren; wir müssen hier nichts reinigen, nichts verändern und niemand exorzieren, es ist alles so, wie es sein soll und so ist es gut.“

 

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